Kunden der Raiffeisenbank Ebrachgrund eG reisten nach Kolumbien

Kolumbien war im Februar 2019 das Ziel einer Gruppenreise der Raiffeisenbank Ebrachgrund unter der Leitung von Reiseleiter Hans-Günter Emrich.

Kolumbien verfügt über eine der größten Naturvielfalten Lateinamerikas. Verschiedene Höhenlagen ermöglichen hügelige Landschaften mit Wasserfällen, Schluchten, tropische Regenwälder, vulkanische Berge und Wüstenstreifen, aber auch schneebedeckte Berge. Die Geschichte ist eine Mischung von indigenen Sprachen, afrikanischer Musik und kolonialer Architektur.

Die Reise begann in Frankfurt, mit einem zwölfstündigen Flug direkt in die Hauptstadt Bogota. Das Hotel im historischen Viertel erreichte man erst spätabends.

Bereits am frühen Morgen begann die Besichtigung Bogotas. Die Gruppe spazierte durch schmale Gassen und entdeckte massive Türen aus Holz von den Stadthäusern. Auf der Plaza Bolivar war die Statue des Freiheitskämpfers Simon Bolivar zu sehen. Ein Höhepunkt war das Goldmuseum und das Museum von Fernando Botero, der ja auch mit seiner Ausstellung in Bamberg bekannt wurde. Danach stand ein spannender Szenenwechsel an, per Seilbahn ging es auf den ca. 3.100 m hohen Monserrate, von wo sich ein überwältigender Ausblick auf Bogota eröffnete. Die Höhenlage (Bogota liegt auf 2.600 m) machte allen zu schaffen, sodass alle am Abend erschöpft ins Bett fielen.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, denn es ging per Flugzeug in die Kleinstadt Neiva im Süden des Landes. Neiva ist bekannt durch die in der Nähe liegende Tatacoa-Wüste. Landschaftlich erscheint sie als eine von Gräben und Schluchten gezeichnete Region, in der u.a. große Kakteen wachsen. Die Risse in den erodierten Böden, die Schattenspiele der Sonne, die Farben und der Anblick der in Orange und Ocker getauchten Landschaft machen den Reiz der Wüste aus.

Weiter ging es mit dem Bus entlang des Magdalena-Flusses, dem längsten Fluss Kolumbiens, der das Land vom Süden bis zur Mündung in die Karibik durchfließt. Unterwegs konnte man bei verschiedenen Stopps fantastische Ausblicke genießen. Ziel war das UNESCO-Weltkulturerbedorf San Agustin, das wir am späten Nachmittag erreichten.

Die gesamte Region um San Agustin, eine alte Kulturlandschaft, ist geprägt von Hinterlassenschaften einer agrarisch geprägten Gesellschaft, die hier bis etwa 600 nach Christus ansässig war. Wir entdeckten die Alto de Lavapatas (Kriegsstatuen) den Bosque de las Estatuas (Statuenwald) und zum Abschluss die Fuente de Lavapatas (ein Labyrinth aus Becken und Kanälen). Der Nachmittag führte uns zu weiteren mystischen Orten dieser Region: „El Tablon“, „La Chaquira“ und „La Pelota“ oder das Museum Obanto, welches sich im Herzen eines Naturschutzgebiets befindet. Kultur und Natur wirken in der Region optimal zusammen.

Ein weiterer Höhepunkt stand am Morgen auf dem Programm: Die Fahrt nach Isnos und der Besuch des Archäologischen Parks Alto de los Idolos, des zweiten Teils des Ausgrabungsgebietes von San Agustin. Dort gibt es die am besten erhaltenen Grabanlagen der Kultur von San Agustin. Nach dem Mittagessen in einem typischen Restaurant ging es auf die beschwerliche Fahrt nach Popayan. Es sind zwar nur ca. 120 km, die führen aber durch die Ausläufer der Anden fast nur auf Schotterpisten und immer auf ca. 3.000 Meter Höhe, weshalb die Fahrt auch ca. 6 Stunden dauerte, die wohl „längste kürzeste“ Strecke der Welt.

Popayan liegt in der grünen Region Cauca. Mit den urigen, malerischen Gassen und seinen hübsch gepflasterten Plätzen ist Popayan der Inbegriff von kolonialem Charme.

Richtung Armenia, der Hauptstadt des Departements Quindio ging es am nächsten Tag. Unser neues Hotel „Casa Nogales“ liegt mitten in der Kaffeeregion Kolumbiens. Die Fahrt ging durch die wunderschöne Region des Quindio ins Valle de Coccora, wo man die höchsten Palmen der Welt findet, die Palma de Cera. Durch ein kleines Ritual kann man Aktionen zur Wiederaufforstung dieser seltenen Palmenart unterstützen. Das erstaunliche an der Coccora-Palme ist die Tatsache, dass sie in einem verhältnismäßig kalten Klima (Temperaturen unter 15 Grad) auf über 2000 m Höhe wächst !

Das Kaffee-Dreieck ist übersät von kleinen Dörfern, eines der Schönsten davon ist Salento, mit kleinen Gassen, hübsch bepflanzten Balkonen und interessanten Geschäften.

Der nächste Tag begann mit einem Rundgang über unsere Hacienda wo wir alles über die Produktion von Kaffee (Zupfen, Riechen, Fühlen, Trocknen und Rösten) erfuhren. Nach  dem Verkosten einer kräftigen Tasse Kaffee, ging es auf die ca. 270 km lange Fahrt nach Medellin was wiederum ca. 9 Stunden über viele Berge dauerte.

Heute widmen wir den Tag dem wunderschönen Medellin. Wir bewegen uns nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln fort, um den Flair der Stadt zu erleben. Medellin besitzt ein sehr modernes Verkehrsnetz. Die Stadt hat durch die Vergangenheit vor allem wegen der Drogengeschichte einen schlechten Ruf. Davon ist aber nichts mehr zu merken. Auf dem Programm stand die unverwechselbare „Plaza Botero“ und der Berrio-Park, das Markenzeichen der Stadt. Wir erkundeten die Altstadt, immer begleitet von der traditionellen Musik von Straßenkünstlern. Mit einer Seilbahn ging es dann auf 1.900 m Höhe zu einer Aussichtsplattform mit wunderbarem Blick über die Stadt. Vor ungefähr 20 Jahren war Medellin eine der gefährlichsten Städte weltweit. Mit dem Ende der Auseinandersetzungen zwischen der FARC und dem kolumbianischen Staat veränderte sich Medellin jedoch von Grund auf. Heute ist die Stadt des „ewigen Frühlings“ einer der innovativsten Orte weltweit. Den krönenden Abschluss bildete am Abend ein temperamentvoller Salsa-Tanzkurs für die gesamte Gruppe.

Am Morgen ging es wieder einmal zum Flughafen. Der letzte Teil der Reise stand an, der Flug nach Cartagena. Cartagena liegt an der kolumbianischen Karibikküste und ist eine der buntesten und lebendigsten Städte Lateinamerikas. Das historische Zentrum ist Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Der Sklavenhandel trug stark zur Entwicklung von Cartagena bei. Die Gebäude erinnern auch heute noch an den Prunk der Kolonialzeit. Wir besichtigten das Kloster „El Convento de La Popa“. Es befindet sich auf dem höchsten Hügel der Stadt, von wo man einen guten Blick hat. Weiter geht es zur Festung San Felipe. Das „Castilo“ ist die größte und stärkste Festung, die jemals von den Spaniern in einer Kolonie gebaut wurde. Danach blieb noch etwas Zeit durch die Straßen und bunten Gassen des alten Cartagena zu spazieren.

Die letzten beiden Tage verbrachte die Gruppe in einem Hotel direkt an einem feinen Karibikstrand. Die Erholung tat richtig gut, denn die letzten Tage hatten es in sich. Teilweise wurden bis zu 10 km pro Tag gelaufen, und das in Höhenlagen von 2.500 m.

Tief beeindruckt von einem Land im Aufbruch, von freundlichen, hilfsbereiten Menschen, offen im Umgang mit Besuchern, hoher Berge, Naturparadiesen und lebhaften Städten, trat die Gruppe den Heimflug nach Deutschland an. Allen war klar, dass sich das Abenteuer Kolumbien gelohnt hat.

Die nächste Gruppenreise der Raiffeisenbank Ebrachgrund führt im September 2019 nach Moskau und St. Petersburg.